zurück Der Funkerberg im Wandel der Zeit
(Zeitraum 1933 - 1995)
 

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 veränderte sich auch der bis dahin politisch fast völlig neutrale deutsche Rundfunk. Die neuen Machthaber erkannten sehr schnell die propagandistischen Möglichkeiten des modernen Rundfunks und forcierten seine Entwicklung dementsprechend.
 
Durch die starke Verbreitung der sogenannten Volksempfänger war es mittlerweile fast überall möglich, Rundfunk zu hören. Im Zuge der Entwicklung und im Hinblick auf die bevorstehende Olympiade 1936 wurde vor allem der Sendestandort Zeesen stark erweitert. Es kamen die Sendehäuser 5 und 6 hinzu, in denen jeweils vier Kurzwellensender mit einer Sendeleistung von 40-Kilowatt-Träger-Leistung aufgebaut wurden, welche bis zum Jahr 1945 in Betrieb blieben.
 


Telefunken-Olympia-Senderhaus in Zeesen
 

In den letzten Kriegsjahren wurde noch das Haus 7 gebaut. Dieses beherbergte eine Netzersatzanlage mit zwei 2100 Ps starken Dieselmotoren, die Generatoren mit einer Leistung von 1100 Kilowatt bei 6 Kilovolt antrieben.
 
Die Sendeanlagen auf dem Funkerberg und auf dem Gelände in Zeesen überstanden den 2.Weltkrieg fast völlig unversehrt und wurden unmittelbar nach Kriegsende von den sowjetischen Truppen besetzt. Nachdem sie sich von der Funktionstüchtigkeit der Anlagen überzeugt hatten, wurden große Teile der Sendeanlagen auf dem Funkerberg sowie alle sendetechnischen Anlagen des Bereiches Zeesen im Rahmen von Reparationsleistungen abgebaut. Die Sendehäuser in Zeesen wurden gesprengt.
 
Im Haus 1 auf dem Funkerberg wurden bereits im Juni 1945 20-Kilowatt-Kurzwellen-Sender für militärische Zwecke in Betrieb genommen. Ein weiterer Kurzwellensender diente ab November 1945 zur Abstrahlung des Programms des "Berliner Rundfunks", welcher ab Dezember 1945 auch von einem im Haus 3 aufgebauten Langwellensender abgestrahlt wurde. Ebenfalls im Haus 3 wurde im August 1946 ein 100-Kilowatt-Langwellensender in Betrieb genomme. Dieser diente bis 1992 als sogenannter Wartungssender für den Langwellensender in Zehlendorf bei Oranienburg, der das Programm "Deutschlandradio" abstrahlte.
 
Betrachtet man die geschichtliche Entwicklung auf dem Funkerberg nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, so darf die Geschichte des legendären Senders 21 nicht unberücksichtigt bleiben.
 


Sender 21 im Sendehaus 2
 

Dieser 100-Kilowatt-Mittelwellensender wurde in den Jahren 1932/33 in Berlin-Tegel errichtet. Im Jahr 1948 mußte der Sender in einer sehr kurzfristigen Aktion nach Königs Wusterhausen umgesetzt werden und wurde hier am 20. März 1949 in Betrieb genommen. Dieser aufgrund seiner offenen Bauweise sehr imposannte und anschauliche Sender war noch bis 1989 im durchgehenden Sendebetrieb und steht noch heute in seiner ursprünglichen Form im Haus 2 auf dem Funkerberg

 


Die deutsche Einheit brachte auch für den Sendestandort Königs Wusterhausen einschneidende Veränderungen. Der reguläre Sendebetrieb auf dem Funkerberg wurde nach und nach verringert und im Sommer 1995 endgültig eingestellt.

 


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