Weihnachtskonzert -100 Jahre Rundfunk-

 

Radio wie vor 100 Jahren – Weihnachtskonzert ehrt Rundfunkbeginn

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Am 22. Dezember 1920 wurde mit einem Weihnachtskonzert die erste Radiosendung in Deutschland gesendet.

Im Senderhaus 1 auf dem Funkerberg der heutigen Rundfunkstadt Königs Wusterhausen waren „Studio“, Sender, Antenne und Stromversorgung an einem Platz vereint. Diese Sendung löste Reaktionen in vielen europäischen Ländern aus und gilt heute als der Startpunkt des neuen Medienzeitalters.

100 Jahre nach dem Ersten gab es wieder ein historisches Weihnachtskonzert vom Funkerberg.

Einhundert Jahre später, am 22. Dezember 2020 um 14:00 Uhr wurde zur historisch korrekten Zeit wieder eine Hörfunksendung aus Königs Wusterhausen übertragen.

Die Sendung nahm inhaltlich Bezug auf das erste Weihnachtskonzert von 1920 und enthält gesprochenes Wort und original gespielte Musik. Es wird die Geschichte erzählt, wie Königs Wusterhausen zur Wiege des Rundfunks wurde. Die Hörer erfahren von Edith Bach, die als „Nachtigal von Königs Wusterhausen“ im Rundfunk der 20iger Jahre Berühmtheit erlangte. Und es gibt einen Rückblick auf die Wirkung des Mediums Radio vor 100 Jahren.

AEG Generator am VMA 266

Der Förderverein „Sender KW“ e.V. und die Brandenburger Festspiele präsentierten zum Rundfunkjubiläum ein gleichsam würdiges und unterhaltendes Programm.

Die international erfolgreiche Sopranistin Simone Kermes hat auf ihre ganz persönliche Art den historischen Funkerberg im Flair der goldenen zwanziger Jahre erklingen lassen. Mit ihrer einzigartigen Bühnenpräsenz und ihrer enormen Virtuosität präsentierte sie den Zuhörern ein ganz einmaliges Konzerterlebnis.

AEG Generator am VMA 266

Musikalisch begleitete das Quantum Clarinet Trio durch die Sendung. Das junge Trio, mit italienischen, südkoreanischen und deutschen Wurzeln, konnte bereits als Preisträger des renommierten Fischoff Chamber Music Competitions in den USA auf sich aufmerksam machen. In der selten zu hörenden Besetzung eines Klaviertrios mit Klarinette, fühlen sich die jungen Musiker im ganzen Repertoire von klassischen Meisterwerken bis zu zeitgenössischen Komponisten zu Hause.

Leni Jung und Samina Hesse

Passend zu den Erzählungen über Edith Bach präsentierte Leni Jung in Begleitung von Samina Hesse klassische Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Viktor Ullmann. Leni Jung ist eine Nachwuchssängerin aus Königs Wusterhausen, die bereits erfolgreich an Landes- und Bundeswettbewerben „Jugend Musiziert“ teilgenommen hat. Beide Künstlerinnen werden an der Kreismusikschule Dahme-Spreewald unterrichtet.

Und zum Abschluß des Jubiläumskonzertes spielten und sangen alle zusammen “ Stille Nach, heilige Nacht“.

Das Jubiläumskonzert zu „100 Jahren Rundfunk“ wurde von welle370 auf lokal auf Mittelwelle und europaweit auf Kurzwelle 5980 kHz ausgestrahlt. Exklusiv hat Hitradio SKW das Programm auf UKW 105.1 und 93,9 Mhz in seinem Sendegebiet übertragen.

Unter der Adresse http://www.hitradio-skw.de/100-jahre-rundfunk kann die Sendung nachgehört werden.

Leni Jung und Samina Hesse

Ursprünglich als Feierstunde geplant, wurde das Jubiläumskonzert nun nicht vor Publikum präsentiert. Umsomehr ist zu betonen, das Radiohörer in (fast) der ganzen Welt an diesem Ereignis teilhaben konnten. So ein bisschen wie 1920 haben sich Radiobegeisterte an ihre Empfänger gesetzt und an einem einmaligen historischen Ereignis teilgenommen.

An der Sendung beteiligt waren:
Simone Kermes (Gesang), Quantum Clarinet Trio (Instrumental), Leni Jung (Gesang), Samina Hesse (Klavier), Hannah Suckow (Eine Prise Funkgeschichte), Christine Oliwkowski (Geschichte Edit Bach), Walter Schirnick (Moderation) und Rainer Suckow (Moderation).
Die Aufnahmen realisierte Stephan Voigt (tonstudio-kw.de) mit Unterstützung von Matthias Maetsch (welle370).

Die Jubiläumssendung konnte am 22. Dezember 2020 von 14:00 bis 15:00 Uhr auf folgenden Wegen empfangen werden:

Lokal auf Mittelwelle 810 kHz – etwa 15 Kilometer im Umkreis des Funkerberges
Regional bei Hitradio SKW auf 105.1 MHz und 93.9 MHz
Europaweit auf Kurzwelle 5960 kHz

Hinweise zum Empfang über Kurzwelle erhalten Sie hier: Zum Kurzwellenhören

Leni Jung und Samina Hesse

Das Jubiläumskonzert ist eine Veranstaltung des Förderverein „Sender Königs Wusterhausen“ e.V. in Kooperation mit den Brandenburger Festspielen.

Presseanfragen:
Email: verein@funkerberg.de oder Telefon: 0171 7806599

Deutz VMA 266 – Der 1000 PS Dieselmotor

Für Liebhaber alter Maschinen hält der Funkerberg eine Besonderheit bereit, einen funktionstüchtigen 1000 PS Dieselmotor der Firma Deutz, der letzte seiner Art weltweit. Er diente  zum Antrieb eines 6 kV Generators zur Stromerzeugung für die Sendeanlagen und ist der einzige in einem Museum ausgestellte lauffähige Dieselmotor dieser Größe.

​Erbauer Humboldt- Deutzmotoren AG
Baujahr 1937
Motortyp VMA 266, Viertaktdiesel, 8 Zylinder
Bohrung 400 mm
Hubraum 664 Liter
Leistung 1000 PS bei 250 u/min
Schmierung Trockensumpfschmierung, ca. 700 Liter Öl
Verbrauch 72 Liter/h (Leerlauf) , ca. 160 Liter/h Vollast
Gewicht Motor 56000 kg, Generator 16000 kg, Fundament 153000 kg
Generator AEG, 6000 V / 70 A

Geschichte
Die Geschichte des VMA266 in Königs Wusterhausen ist unmittelbar mit der des Sender 21 verbunden. 
Für den Aufbau des Sender Tegels Anfang der 1930er Jahre benötigte man eine kraftvolle Netzersatzanlage.
Und so wurde ein VMA 266 der Firma Deutz aufgebaut, mit dem ein AEG Generator etwa 750.000 Watt elektrische Energie erzeugen konnte.
Bis 1948 war der Motor am Sender Tegel  eingesetzt.

Umzug nach Königs Wusterhausen
Als der Sender Tegel im ?Dezember? 1948 nach Königs Wusterhausen umgesetzt wurde, sollte auch der riesige Dieselmotor mit.
Allerdings gab es für diesen großen Motor noch keine geeignete Stellfläche und so wurde der Motor, in 48 Kisten verpackt, vorerst in Berlin Adlershorf zwischengelagert. 
In der Sendestelle Königs Wusterhausen begann man unterdessen mit der Errichtung einer neuen Dieselhalle am Senderhaus 1. Nach deren Fertigstellung konnte der VMA266 in Königs Wusterhausen wieder aufgebaut werden und nahm im Herbst 1950 den Betrieb in seiner neuen Heimat auf.

AEG Generator am VMA 266

Technische Beschreibung

Der VMA 266 ist ein Kaltstarter, ein Langsamläufer, hat mehr als genug Hubraum und läuft, läuft und läuft.

Immer am letzten Sonntag im Monat wird der 1000 PS Motor angelassen und den Besuchern im Betrieb gezeigt.
Im Rahmen von Führungen kann eine Vorführung des Motors gebucht werden.

Museum geschlossen

Das Sender- und Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Das betrifft die regulären Öffnungszeiten und auch die Veranstaltungen aus Anlass von #100JahreRundfunk.
Wann es wie weitergeht werden wir auch an dieser Stelle berichten.
Bleibt gesund!

„Eine Prise Funkgeschichte“ zu Gast in Leipzig

Eine Prise Funkgeschichte zu Gast im Kunstraum D21 Leipzig
22. November 2020 15:00 -16:00 Uhr

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100 Jahre wird der Rundfunk aus Königs Wusterhausen in diesem Jahr alt – und das wird auch in Leipzig gefeiert. Der Kunstraum D21 in der Leipziger Demmeringstraße widmet sich bis zum 22. Dezember dem Thema Radio.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Grafik und Kunst und zahlreichen Projektpartnern wird hier sechs Wochen lang ein Programm gestaltet, welches das Medium Radio in ein Labor verwandelt. Es wird experimentiert, reflektiert, in die Vergangenheit und in die Zukunft geschaut.

Und auch optisch fällt das Programm auf – mit einem überdimensional großen Kofferradio. Dieses wird während der Aktion auf dem Lindenauer Marktplatz zu sehen sein und lädt zum zuhören und mitmachen ein.

D21 Leipzig

Am 22. November 2020 ist der Funkerberg Königs Wusterhausen Gast im Kunstraum D21 Berlin.

Eine Prise Funkgeschichte

Eine Stunde lang sprechen wir über Geschichten aus 100  Jahren Funkgeschichte.

Wir erzählen von einem funkenden Zahnarzt und seinen abenteuerlichen Versuchen, drahtlos zu kommunizieren. Wir hören von der Faszination der Radioskalen und dem Fall einer imposanten Antennenanlage. Und wir sprechen darüber, warum der Morsecode eigentlich Gehrkecode heissen müsste.

Als Geschenk hat Autor Rainer Suckow etwas ganz besondere mitgebracht – „Eine Prise Funkgeschichte“ über den Sender Leipzig.Diese Episode wird im Rahmen der D21 Sendung erstmalig aufgeführt – eine Radioweltpremiere.

Eine Prise Funkgeschichte
Empfänger 100 Jahre Radio

Auch die Zuhörer dieser Rundfunkstunde sollen nicht untätig bleiben.
Was genau wir vorhaben sei an dieser Stelle noch nicht verraten.
Nur soviel – für das Mitmachen wird die nebenstehende Grafik benötigt.
Und legen sie einen Stift bereit 🙂

22. November 2020 15:00 Uhr
Kunstraum D21 Demmeringstraße 21 04177 Leipzig
https://www.d21-leipzig.de/ausstellung/is-anybody-out-there-100-jahre-radio-in-deutschland

Presseanfragen:
Email: verein@funkerberg.de oder Telefon: 0171 7806599

Drahtlos – Grenzenlos

 

Hommage auf die tollkühnen Funktechnikpioniere von Königs Wusterhausen

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Im Jahr 1920 sendeten Ingenieure vom Funkerberg in Königs Wusterhausen ein Konzert – hörbar für jeden Empfänger. 100 Jahre danach spüren Kinder und Jugendliche diesem Ereignis nach, das als Entstehungsmoment des Rundfunks gilt. Ein scheinbar kleines Experiment mit großen Folgen.

Wie hat drahtlose Kommunikation die Welt verändert? Welche Rolle hat KW dabei gespielt? Welche Spuren lassen sich noch finden?

Turm-mit-Wellen (Projekt Drahtlos)
Projekt Drahtlos-Grenzenlos
Radioshow - Drahtlos

Vom 12. bis zum 24. Oktober fanden auf dem Funkerberg vier Workshops statt, die sich auf verschiedene Weise dem Thema 100 Jahre Rundfunk näherten. Veranstaltet wurden die Workshops von der Regisseurin Mira Ebert, der Theaterpädagogin Renate Müller-Schäfer und der Bühnenbildnerin Friederike Meese in Zusammenarbeit mit Studenten der Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam (FHCHP) unter der Leitung von Prof. Dr. Marc Godau und in Kooperation mit dem Förderverein „Sender Königs Wusterhausen“ e.V.

Im Workshop Performance – Lebende Geschichte – beschäftigten sich die jungen Teilnehmer mit der Wirkung der ersten Radiosendung aus Königs Wusterhausen. Wie sah das Leben ohne drahtlose Kommunikation aus? Kein Radio, kein Fernseher, kein Telefon? Im Ergebnis entstand ein Filmbeitrag.

Der Workshop Objektbau unter Leitung von Friederike Meese startete mit einer Spurensuche auf dem Funkerberg. Welche Objekte, welche Materialien lassen sich von der Rundfunkgeschichte finden und wie kann diese als Objekt dargestellt werden. In diesem Workshop ist etwas einmaliges entstanden – der geodätische Radioglobus.

Im Workshop Performance – An Alle! An Alle! stand das Erzählen, sprechen, schauspielen im Fordergrund. Wie kann die Geschichte des Rundfunks erzählt werden, mit welchen künstlerischen Mitteln kann das dargestellt werden?

Im vierten Workshop ging es um ein wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste Element im Rundfunk – Musik. Mit Unterstützung von Studierenden der Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam und Prof. Dr. Marc Godau konnten Apps zur Musikerzeugung ausprobiert werden und neue Klangwelten sind entstanden.

Die Ergebnisse der Workshops wurden in einer Radioshow im Maschinensaal des Funkerberges für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht.

100JR_Drahtlos_Morsecode
100JR_Drahtlos_Radioskala
100JR_Drahtlos_Tongenerator

Und auch die technischen Aspekte kamen nicht zu kurz. In einer kleinen Vortragsreihe erfuhren die Kinder und Jugendlichen Spannendes über den ersten Radiosender, konnten sich im Morsealphabet ausprobieren und einen Sender auf einer analogen Radioskala finden. Ganz groß gefragt war auch der Radioempfang über einen WebSDR – das geht sogar im Handy 🙂

Weiterführende Informationen zur Workshopreihe „Drahtlos-Grenzenlos“ finden Sie unter https://drahtlos-grenzenlos.de/