Der Funkerberg im Wandel der Zeit

Der Funkerberg im Wandel der Zeit (1930 bis 1990)

 

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 veränderte sich auch der bis dahin politisch fast völlig neutrale deutsche Rundfunk. Die neuen Machthaber erkannten sehr schnell die propagandistischen Möglichkeiten des modernen Rundfunks und forcierten seine Entwicklung dementsprechend.

Durch die starke Verbreitung der sogenannten Volksempfänger war es mittlerweile fast überall möglich, Rundfunk zu hören. Im Zuge der Entwicklung und im Hinblick auf die bevorstehende Olympiade 1936 wurde vor allem der Sendestandort Zeesen stark erweitert. Es kamen die Sendehäuser 5 und 6 hinzu, in denen jeweils vier Kurzwellensender mit einer Sendeleistung von 40-Kilowatt-Träger-Leistung aufgebaut wurden, welche bis zum Jahr 1945 in Betrieb blieben.
In den letzten Kriegsjahren wurde noch das Haus 7 gebaut. Dieses beherbergte eine Netzersatzanlage mit zwei 2100 Ps starken Dieselmotoren, die Generatoren mit einer Leistung von 1100 Kilowatt bei 6 Kilovolt antrieben.

Die Sendeanlagen auf dem Funkerberg und auf dem Gelände in Zeesen überstanden den 2.Weltkrieg fast völlig unversehrt und wurden unmittelbar nach Kriegsende von den sowjetischen Truppen besetzt. Nachdem sie sich von der Funktionstüchtigkeit der Anlagen überzeugt hatten, wurden große Teile der Sendeanlagen auf dem Funkerberg sowie alle sendetechnischen Anlagen des Bereiches Zeesen im Rahmen von Reparationsleistungen abgebaut. Die Sendehäuser in Zeesen wurden gesprengt.

Im Senderhaus 1 auf dem Funkerberg wurden bereits im Juni 1945 20-Kilowatt-Kurzwellen-Sender für militärische Zwecke in Betrieb genommen. Ein weiterer Kurzwellensender diente ab November 1945 zur Abstrahlung des Programms des „Berliner Rundfunks“, welcher ab Dezember 1945 auch von einem im Haus 3 aufgebauten Langwellensender abgestrahlt wurde. Ebenfalls im Haus 3 wurde im August 1946 ein 100-Kilowatt-Langwellensender in Betrieb genomme. Dieser diente bis 1992 als sogenannter Wartungssender für den Langwellensender in Zehlendorf bei Oranienburg, der das Programm „Deutschlandradio“ abstrahlte.

Betrachtet man die geschichtliche Entwicklung auf dem Funkerberg nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, so darf die Geschichte des legendären Senders 21 nicht unberücksichtigt bleiben.

Dieser 100-Kilowatt-Mittelwellensender wurde in den Jahren 1932/33 in Berlin-Tegel errichtet. Im Jahr 1948 mußte der Sender in einer sehr kurzfristigen Aktion nach Königs Wusterhausen umgesetzt werden und wurde hier am 20. März 1949 in Betrieb genommen. Dieser aufgrund seiner offenen Bauweise sehr imposannte und anschauliche Sender war noch bis 1989 im durchgehenden Sendebetrieb und steht noch heute in seiner ursprünglichen Form im Haus 2 auf dem Funkerberg

Die deutsche Einheit brachte auch für den Sendestandort Königs Wusterhausen einschneidende Veränderungen. Der reguläre Sendebetrieb auf dem Funkerberg wurde nach und nach verringert und im Sommer 1995 endgültig eingestellt.

Bilder 1, 2, 3 Archiv Förderverein „Sender KW“ e.V.

Die Röhrenausstellung

Von der Faszination eines Bauelementes

Ob winzig klein oder riesengroß. Ob einfache Triode oder kompliziertes Klystron. In unserer Austellung „Elektronenröhren“ bekommen die Besucher einen kleinen Einblick in die Vielfalt und Schönheit jener technischer Erzeugnisse.

Elektronenröhren sind ganz besonders faszinierende Bauelemente. In unserer Ausstellung zeigen wir eine der umfangreichsten, öffentlich zugänglichen Sammlungen. Die Zusammenstellung, hauptsächlich deutscher Fabrikate ab etwa 1915 erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll versuchen, die Entwicklung auf dem Gebiet der Empfänger, Spezial- und Senderöhren bis zur Hochleistungsklasse darzustellen.

Hier muss noch ein schöner Text hin.
Bilder 1, 2 und 3 Archiv Förderverein „Sender KW“ e.V.

Die Sendestelle Königs Wusterhausen

Von der Telegraphie zur Wiege des Rundfunks

 

Dr. Hans Bredow

Unmittelbar nach der Übernahme der Funkstation durch die Deutsche Reichspost im Jahre 1919 wurde mit der Umrüstung der Sendeanlagen für die zivile Nutzung begonnen. Dr. Hans Bredow wurde Staatssekretär im Reichspostministerium und beförderte von hier aus die Entwicklung des Wirtschaftsfunkes. Dazu wurden im Senderhaus 1 Lichtbogensender modifiziert, neue Röhrensender aufgebaut und die Antennenanlage um zwei weitere 100-Meter-Masten ergänzt.

Im November 1919 hielt Staatssekretär Hans Bredow einen URANIA – Experimentalvortrag in Berlin, in dem er erstmals den Gedanken eines Rundfunks für jedermann der Öffentlichkeit vorstellte. Die technische Qualität lies noch sehr zu wünschen übrig, sodass die anwesende Presse die Tragweite dieser Vorführung nicht erkannte.

Im Frühjahr 1920 begannen im Senderhaus 1 Versuche zur Rundfunkübertragung mit Hilfe eines Lorenz – Lichtbogensenders. Dabei wurde die Übertragung von Sprache und Musik verbessert. Zur Anwendung kamen Kohlekörnermikrofone und die Pungs-Drossel zur Amplitudenmodulation.

Als Höhepunkt wurde am 22.Dezember 1920 erstmalig ein Weihnachtskonzert mit Instrumentalmusik ausgestrahlt. Zuschriften von privaten Zuhörern aus Luxemburg, Holland, England und den nordischen Staaten zeugten von der erfolgreichen Übertragung. Aus Deutschland kamen damals keine Reaktionen von Privathörern, da „Rundfunkhoeren“ bei Strafe verboten war.

Ausgehend von dieser Ausstrahlung wurden noch bis zum Jahre 1926 Sonntagskonzerte in Königs Wusterhausen produziert und gesendet, die weit über die Landesgrenzen hinaus Bedeutung hatten.

Wie Königs Wusterhausen zur Wiege des Rundfunks wurde

von welle370

Die weitere technische Entwicklung und die damit verbundene räumliche Ausbreitung brachte es mit sich, dass der auf dem Funkerberg zur Verfügung stehende Platz im Jahre 1926 nicht mehr ausreichte. Immerhin standen hier mittlerweile drei voll ausgerüstete Sendehäuser, der 1925 erbaute 243 Meter Mittelturm, zwölf weitere Masten von 100 bis 210 Meter Höhe inklusive diverser Antennenanlagen.

 

So kam es, dass zum Ende des Jahres 1926 mit dem Aufbau einer neuen Großfunkstation in unmittelbarer Nähe von Königs Wusterhausen, in Zeesen, begonnen wurde. Bereits im Dezember 1927 konnte eine der damals modernsten Großrundfunksendeanlagen im Langwellenbereich an diesem Standort in Betrieb genommen werden. Am 29.August 1929 wurde ebenfalls von Zeesen aus die erste offizielle deutsche Kurzwellen-Rundfunksendung mit Hilfe eines neu erbauten 8 Kilowatt Senders ausgestrahlt.

 

Bilder 1, 2, 3 Archiv Förderverein „Sender KW“ e.V.

Wie es begann – der Funkerberg bis 1918

Wie alles begann – die Geschichte des Funkerberges bis 1918

 

Bereits im Jahre 1911 wurden auf dem damaligen Windmühlenberg von Königs Wusterhausen durch ein Luftschiffer- und Telegraphenbatallion funktechnische Versuche durchgeführt. Dazu benutzte man „ortsveränderliche“ Lichtbogensender, deren Antennen mit Ballonen und Drachen in die Höhe gehoben wurden. Aufgrund der äußerst erfolgreichen Versuche wurde beschlossen, an diesem Platz eine feste Militärfunkstation zu errichten.

Die 1913 begonnenen Aufbauarbeiten gerieten zwar zum Anfang des 1.Weltkrieges ins Stocken, führten aber letztendlich zur Inbetriebnahme der ersten Funkstation am 15.06.1915. Die Staion erhielt den Rufnamen ‚LP‘, der vom ersten Stationsführer, Major von Lepel, abgeleitet wurde.
Mit Hilfe der hier installierten Lichtbogensender wurden vorrangig Heeresberichte übertragen, aber auch der Telegrammverkehr ins Ausland konnte auf diesem Wege erfolgen – alles auf der Grundlage des Morsealphabetes.

Senderhaus 1  ca. 1922 Funkerberg

Im April 1917 wurden unter Beteiligung des Physikers Alexander Meißner und des Ingenieurs Hans Bredow an der Westfront (im Raum Rethel, Frankreich) Versuche zur Übertragung von Sprache und Musik durchgeführt. Leider konnten diese Versuche nicht fortgesetzt werden , da durch die Vorgesetzten befohlen wurde, „diesen Unfug zu unterbinden“. Nach Beendigung des ersten Weltkrieges übernahm die Deutsche Reichspost die ehemalige Militärfunkstation.

Bilder 1, 2, 3 Archiv Förderverein „Sender KW“ e.V.

Das „100 Jahre Rundfunk“ Radio

Zum Jahresabschluss für Empfängerfreunde – die Radio Versteigerung

Logo 100 Jahre Rundfunk

Der ein oder andere kennt es schon – unser Radio im „100 Jahre Rundfunk“ Design.

Dabei handelt es sich um einen Empfänger, welcher in einer limitierten Auflage von 100 Stück hergestellt wurde. Er empfängt UKW und DAB+, kann mit Batterien oder Netzteil betrieben werden und klingt für seine Größe erstaunlich gut. An dieser Stelle vielen Dank an die Firma Technisat für die Unterstützung.

In den letzten Monaten hatten wir immer wieder Nachfragen, wo man dieses Gerät käuflich erwerben kann. Nur – diesen Empfänger gibt es nicht zu kaufen. In einigen Veranstaltungen vor Ort wurden diese verlost, als Dank an teilnehmende Künstler übergeben oder an verdienstvolle Mitstreiter und Unterstützer genutzt.

Nun konnten in diesem Jahr 2020 nicht alle auf den Funkerberg kommen – und so haben wir uns entschlossen, zum Jahresabschluss einen dieser Empfänger zu versteigern. Der Erlös dieser Aktion kommt dem Betrieb des Museumssenders „welle370“ zu Gute.

 

Die Regeln zur Versteigerung des „100 Jahre Rundfunk“ Empfängers

Versteigert wird ein Empfänger „TECHNIRADIO 3“ im 100 Jahre Rundfunk Design. Die Versteigerung läuft vom 23.12.2020 bis zum 30.12.2020 – 23:59 Uhr.

Alle Interessierten können  täglich ein Gebot abgeben. Das Gebot muss den Namen des Bieters, die Anschrift und die gebotene Summe enthalten. Die telefonische Abgabe von Geboten ist nicht möglich.

Der jeweilige Tageshöchststand  wird an dieser Stelle – ohne Nennung des Bieters – veröffentlicht. Wer am 30.12.2020 um 23:59 Uhr das höchste Gebot abgegeben hat, erhält den Zuschlag. Bei gleicher Gebotshöhe erhält derjenige den Zuschlag, der sein Gebot zuerst abgegeben hat.

Die Auktion ist beendet. Es wurde die unglaubliche Summe von 155,55 Euro geboten.
Vielen Dank an alle Beteiligten für das Mitmachen und an den Höchstbietenden für die Unterstützung von welle370.

Die hier stattfindende Versteigerung wird durch den Förderverein „Sender KW“ e.V. durchgeführt.
Alle Angaben wurden mit besten Wissen und Gewissen getätigt. Fragen und Hinweise bitte an verein@funkerberg.de

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

An dieser Stelle eine Bitte: Lasst uns ein wenig Spaß mit dieser Aktion haben 🙂 Fragen oder rechtliche Hinweise bitte an verein@funkerberg.de

Presseanfragen:
Email: verein@funkerberg.de oder Telefon: 0171 7806599

Empfänger 100 Jahre Radio